Unter einem Dach? Dr. Angelica Ensel berichtet vom 1. Runden Tisch Hebammenkammer in der DHZ 12/2016

DHZ 12/2016 Berufsvertretung

Unter einem Dach?
Ende September tagte der erste Runde Tisch zum Thema Hebammenkammer in der Katholischen Hochschule Mainz. Er bot einen Einblick in die Strukturen einer Kammer, Stoff für Diskussionen und die Chance, Arbeitsaufträge zu definieren. Auch erste Erfahrungen mit der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz waren inspirierend.

Dr. Angelica Ensel

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Präsentationen vom 30.09.2016

Runder Tisch Hebammenkammer

  1. Einführung, Kammern International/Regional/National und Überblick der Ergebnisse des workshops im Rahmen des Hebammenkongresses Hamburg im Mai 2016, Autorinnen: Andrea Villmar und Michaela Michel-Schuldt runder-_tisch-_hebammenkammer_2016_09_30_mms
  2. Die Pflegekammer in Rheinland-Pfalz, erste Landespflegekammer in Deutschland. Autorin: Professorin Brigitte Anderl-Doliwa vortrag-pflegekammer

Vorläufiges Programm – 1. Runder Tisch Hebammenkammer am 30.09.2016


10.00-10.15  Uhr  Willkommen und Vorstellung

10.15-11.15  Uhr  Einführung und Überblick: Ergebnisse des   Workshops vom Hebammenkongress in HH

11.15-12.00  Uhr  Vorstellung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz   (Professorin Brigitte Anderl-Doliwa)

12.00-12.30  Uhr  Mittagspause

12.30-13.30  Uhr   Bearbeitung von Themen

13.30-13.45  Uhr  Kaffeepause

13.45-14.45  Uhr  Erstellung eines strategischen Fahrplans

14.45-15.00  Uhr  Ausblick und Verabschiedung

1.Runder Tisch Hebammenkammer am 30.09.2016 in Mainz

Im Rahmen der Professionalisierung und Selbstverwaltung des Hebammenberufes könnte die Bildung von Hebammenkammern auf Landes- oder im Zusammenschluss auch auf regionaler Ebene eine geeignete Organisationsform sein, um den Hebammenruf standesrechtlich zu vertreten. Teilweise übernehmen die Hebammenverbände Aufgaben einer Berufskammer, sind aber gesetzlich nicht dazu legitimiert. Hebammenkammern wären berufsständige Organe, die zahlreiche Aufgaben erfüllen könnten, die bisher nur unzureichend aus der eigenen Berufsgruppe definiert und kontrolliert werden. Beispielsweise würden Hebammenkammern die Qualität in der Aus- Fort- und Weiterbildung und der Berufsausübung sichern, ein Hebammenregister könnte darüber Auskunft geben, wie viele Hebammen in welchem Umfang arbeiten. Ein solches Register könnte Entscheidungsträgern Aussagen über den derzeitigen Hebammenmangel geben und es wäre möglich, zukünftig besser am Bedarf zu planen. Wir stehen am Anfang einer Debatte um die Gründung einer Kammer und viele offene Fragen müssen geklärt und die mögliche Ausgestaltung einer Kammer debattiert werden. Daher möchten wir Sie zum 1. Runden Tisch Hebammenkammer am 30.09.2016 von 10.00-15.30 Uhr in den Raum 3.007 der Katholischen Hochschule Mainz einladen. Wir werden eine Einführung zum Thema Hebammenkammer geben, außerdem erwarten wir Vertreterinnen der Pflegekammer Rheinland-Pfalz die vom Prozess der Entstehung und Aufgaben der ersten bundesdeutschen Pflegekammer berichten. Weitere Referenten sind angefragt. Im Zentrum stehen die gemeinsame Diskussion und das Erstellen eines strategischen Fahrplans. Für die Teilnahme an der kostenlosen Veranstaltung registrieren Sie sich bitte bis zum 20.09.2016 online unter Angabe Ihre Präferenzen für das Mittagessen, für das Sie bitte selbst aufkommen unter folgendem link https://www.eventbrite.co.uk/e/1-runder-tisch-hebammenkammer-tickets-26844602930 Weitere Informationen zum Thema Hebammenkammer und ein aktualisiertes Programm können Sie hier erhalten https://hebammenkammer.wordpress.com

 

 

Berlin: Die Pflegekammer Eine Herausforderung für die Pflege, die Gesellschaft und die Politik

DIENSTAG, 12.04.2016

Von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Akkon Hochschule für Humanwissenschaften

Colditzstraße 34-36, 12099 Berlin-Tempelhof

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitmenschen,

seit vielen Jahren kämpfen professionell Pflegende für die Einführung einer eigenen Interessenvertretung in Deutschland. In einigen Bundesländern ist die Entwicklung in Sachen Pflegekammer weit voran geschritten: Seit Januar 2016 hat in Rheinland-Pfalz die erste Pflegekammer in Deutschland ihre Arbeit aufgenommen, Schleswig-Holstein ist das zweite Bundesland, welches eine Pflegekammer einführt, und im niedersächsischen Landtag wird derzeit ein Gesetzentwurf zur Gründung einer Pflegekammer diskutiert. Auch in Berlin hat sich die Mehrheit der Pflegefachkräfte in einer repräsentativen Befragung für eine Pflegekammer entschieden. Weiterlesen

Workshop am 4.5.2016 im Rahmen des Hebammenkongresses in Hamburg

Formen der Selbstverwaltung in der Professionalisierungsdebatte

WS 26, 11.00-12.30

Andrea Villmar, Michaela Michel-Schuldt, Nicola Bauer, Rainhild Schäfers

Die Bestandsaufnahmen der letzten fünfzehn Jahre haben gezeigt, dass keine vollständige Erfassung von Hebammentätigkeiten in Deutschland möglich ist (Schäfers & Sayn-Wittgenstein 2007, IGES 2012). Es existiert kein zentrales Organ, welches Hebammen registriert und deren Versorgungsumfang erfasst. Seit die Haftpflichtproblematik die Hebammen in Deutschland in die mediale und politische Öffentlichkeit gebracht hat, wird die mangelnde Datenlage zunehmend zum Problem für Hebammen und Frauen, die ein Recht auf Hebammenversorgung innehaben. Eine Unter- Über- oder Fehlversorgung ist objektiv nicht nachweisbar. Es fehlen geeignete Indikatoren, die eine bedarfsgerechte Hebammenversorgung messbar machen. Auch für eine zukünftige am Bedarf orientierte Planung fehlen Fakten und Zahlen.

Die Registrierung stellt ein international anerkanntes Qualitätsmerkmal von Hebammenversorgung dar (International Confederation of Midwives 2011). Hebammen in anderen Ländern haben entsprechende Gremien eingerichtet (z. B. Neuseeland oder Österreich). Im Sinne der Selbstverwaltung sind Sie aktiv geworden und haben die Möglichkeit genutzt, diese Gremien nach den Vorstellungen und Bedürfnissen von Klientinnen und Hebammen zu gestalten.

Zu Beginn des Workshops erhalten Sie eine Übersicht von unterschiedlichen Positionen zum Thema. Danach werden die verschiedenen Organe der Selbstverwaltung gegenübergestellt und diskutiert. Die Teilnehmerinnen gehen der Frage nach, welches Organ eine Möglichkeit für Hebammen in Deutschland wäre und ob die Schaffung einer standesrestlichen Vertretung eine geeignete Möglichkeit sein könnte, unsere Interessen im Gesundheitssystem durchzusetzen.